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First patient with refractory lupus nephritis treated with irinotecan
New publication in the Scandinavian Journal of Rheumatology     2021-11- 2

Refractory mixed proliferative and membranous lupus nephritis treated with the topoisomerase I inhibitor irinotecan as add-on therapy

New Research Funding for LUNIRI
2018-08-21

Steffen Frese, the founder of LUNIRI, received new research funding from the German Research Foundation. http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/317392477?language=en Research will be conducted at the German Rheumatism Research Centre in Berlin, Germany.&nb ... Read More

Berlin Marathon 2017
Running for lupus. Running for the new treatment.     2017-09-27

LUNIRI in the News
Lupus Nephritis and Irinotecan at LUPUSNEWSTODAY.COM     2016-11-30

http://lupusnewstoday.com/2016/11/11/irinotecan-topo-1-blocker-seen-as-potential-lupus-specific-treatment

Neue Ergebnisse aus der Forschung veröffentlich in Arthritis Research & Therapy
Wir konnten zeigen, dass Irinotecan in einem zweiten Model von spontaner Lupuserkrankung sowohl die Nieren- als auch die Hautbeteiligung effektiv unterdrückt.     2016-10-25

Suppression of lupus nephritis and skin lesions in MRL/lpr mice by administration of the topoisomerase I inhibitor irinotecan. Arthritis Res Ther. 2016 Oct 22; 18(1):243

New scientific data published in Arthritis Research & Therapy
Irinotecan efficiently suppressed both lupus nephritis and skin lesions in a second and genetically different model of spontaneous SLE     2016-10-25

Suppression of lupus nephritis and skin lesions in MRL/lpr mice by administration of the topoisomerase I inhibitor irinotecan. Arthritis Res Ther. 2016 Oct 22; 18(1):243

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Was ist Lupus erythematodes?

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunkrankheit, an der überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter erkranken. In Deutschland leiden 20-40.000 Patienten an dieser Krankheit, weltweit gehen die Schätzungen von bis zu 5 Millionen Patienten aus.[1] Typisch für SLE ist ein rötlicher Hautausschlag (Exanthem) im Gesicht, der von der Farbe her rötlich (griechisch erythros: rot) ist und von Form her einem Schmetterling ähnelt. Früher erinnerte dieser Ausschlag die Menschen an den Biss eines Wolfes, woher sich der Name der Krankheit (lateinisch lupus: Wolf) ableitet.

Patientin mit SLE und dem Lupus-typischen Hautausschlag (Exanthem) im Gesicht, der an die Form eines Schmetterlings erinnert.

Außer der Haut kann die Krankheit auch andere Organsysteme befallen. Prognostisch ungünstig ist dabei eine Beteiligung der Nieren in Form einer sogenannten Glomerulonephritis (kurz Lupusnephritis), welche bei bis zu 55% der Patienten mit SLE auftritt.[2] Dafür verantwortlich gemacht werden Auto-Antikörper gegen doppelsträngige DNA, welche sich in den Nieren ablagern und dort eine Entzündungsreaktion hervorrufen.[3] Wie es zur Entstehung von Antikörpern gegen doppelsträngige DNA kommt, ist unklar und seit vielen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. Wir wissen nur, dass diese Auto-Antikörper durch das körpereigene Immunsystem produziert werden.

Entstehung von Lupus-assoziierter Glomerulonephritis. Gezeigt ist schematisch ein sogenannter Glomerulus, der den Beginn des zellulären Filtrationsapparates der Niere darstellt. Im Fall von SLE kommt es zum Auftreten von im Blut zirkulierender DNA und von Auto-Antikörpern gegen doppelsträngige DNA. Aufgrund ihrer elektrischen Ladung kann diese DNA zusammen mit den Auto-Antikörpern an die Basalmembran in den Glomeruli binden. Ob die Bindung der Auto-Antikörper an die DNA selber bereits im Blut (rechter Teil der Abbildung) oder erst in der Niere (linker Teil der Abbildung) erfolgt, ist bisher unklar. Gesichert scheint, dass die Komplexe aus DNA und Auto-Antikörpern gebunden an die Basalmembran eine Entzündungsreaktion hervorrufen, die einerseits zu vermehrter Zellteilung (Proliferation) und andererseits zum Zelluntergang (Apoptose) führt. Die häufig damit einhergehende Zerstörung der Basalmembran führt zu einem Funktions­verlust der Niere und kann anhand des Eiweißverlusts im Urin (Proteinurie) gemessen werden.

Eine ursächliche Behandlung des SLE existiert bisher nicht. Basierend auf der Produktion von Auto-Antikörpern durch köpereigene Immunzellen werden seit vielen Jahren Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Steroide, Azathioprin, Cyclophosphamid, Mycophenolat-Mofetil) für die Behandlung dieser Krankheit angewandt.[4] Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Infektionen, Unfruchtbarkeit und das erhöhte Risiko von Krebserkrankungen. Hoffnungen auf neue Therapieoptionen entstanden mit der Entwicklung von sogenannten biologischen Medikamenten, die eine gezieltere Beeinflussung des Immunsystems erlauben sollten. Ungeachtet dessen, dass eines dieser Medikamente erst kürzlich zur Behandlung von SLE zugelassen wurde, weicht die anfängliche Euphorie inzwischen der Ernüchterung. So konnte bisher keines der neuen Medikamente eine Verbesserung von schweren SLE Verlaufsformen mit Nierenbeteiligung zeigen (Link: Neue biologische Medikamente für SLE – Hoffnung oder teure Arzneimittel mit wenig Nutzen?).

Trotz der oben erwähnten Nebenwirkungen wurde durch den Einsatz
von Immunsuppressiva die Prognose von Patienten mit SLE und
Nierenbeteiligung deutlich verbessert. Während Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch mehr als die Hälfte dieser Patienten innerhalb der ersten fünf Jahre verstarb, beträgt heute das 10-Jahresüberleben 88 %.[5] Trotzdem leben Patienten mit SLE und Nierenbeteiligung im Vergleich zur Normalpopulation durchschnittlich 23,4 Jahre kürzer.[6] Wenn man zusätzlich die zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen durch die Krankheit (z.B. Nierenersatzverfahren bei zerstörter Nierenfunktion) in Betracht zieht, ergibt sich daraus, dass dringend neue Therapieansätze für die Autoimmunkrankheit systemischer Lupus erythematodes erforderlich sind.

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  1. Danchenko, N., Satia, J.A. & Anthony, M.S. Epidemiology of systemic lupus erythematosus: a comparison of worldwide disease burden. Lupus 15, 308-18 (2006).
  2. Ortega, L.M., Schultz, D.R., Lenz, O., Pardo, V. & Contreras, G.N. Review: Lupus nephritis: pathologic features, epidemiology and a guide to therapeutic decisions. Lupus 19, 557-74 (2010).
  3. Frese, S. & Diamond, B. Structural modification of DNA-a therapeutic option in SLE? Nat Rev Rheumatol 7, 733-8 (2011).
  4. Hahn, B.H. et al. American college of rheumatology guidelines for screening, treatment, and management of lupus nephritis. Arthritis Care Res (Hoboken) 64, 797-808 (2012).
  5. Cervera, R. et al. Morbidity and mortality in systemic lupus erythematosus during a 10-year period: a comparison of early and late manifestations in a cohort of 1,000 patients. Medicine (Baltimore) 82, 299-308 (2003).
  6. Mok, C.C., Kwok, R.C. & Yip, P.S. Effect of renal disease on the standardized mortality ratio and life expectancy of patients with systemic lupus erythematosus. Arthritis Rheum 65, 2154-60 (2013).